grüne Berichte

Veranstaltung: Welche Schule ist die richtige für mein Kind?

am 04. April 2011
 

Welche Schule ist die richtige für mein Kind?
- Parteiübergreifende Informationsveranstaltung  -

Zu dieser Veranstaltung hatten SPD, UWG und Bündnis 90 / Die Grünen gemeinsam Eltern und Interessierte eingeladen, um Informationen und Entscheidungshilfen zum Thema: Verbundschule oder Gemeinschaftsschule zu geben.

Herr Alois Brinkkötter – Gesamtschulleiter in Ahlen – hat viele Schulen konzeptionell  beraten. Er erläuterte engagiert und sachkompetent die Konzepte der Gesamtschule, der Verbundschule und der Gemeinschaftsschule.
„Bei der Verbundschule bleiben die alten Systeme der Hauptschule und Realschule bestehen. Sie haben eine Schulleitung und wenn es möglich ist, ein gemeinsames Lehrerzimmer.“ 
Bei der Gemeinschaftsschule sind unterschiedliche Modelle denkbar. Das längere gemeinsame Lernen in den Klassen 5./6. ist bei diesen Konzepten vorgesehen. In der Profilschule Ascheberg z. B. ist das gemeinsame Lernen bis Klasse 8 mit unterschiedlicher Schwerpunktbildung möglich. (Weitere Informationen dazu unter: www.profilschule-ascheberg.de )

„Es können alle Schulabschlüsse erreicht werden, ohne dass die Schüler von Anfang an nur auf ein bestimmtes Ziel zusteuern“, erklärte Brinkkötter. „Wir müssen einer individuellen Förderung und dem selbstgesteuerten Lernen mehr Gewicht geben. Außerdem gehören heute zu den Fach- und Methodenkompetenzen ebenso die Entwicklung von Sozial- und Personalkompetenz. Eine veränderte Gesellschaft braucht auch eine veränderte Schule“, so der Referent.

Nach den Vor- und Nachteilen von Verbundschule und Gemeinschaftsschule befragt, war eine Antwort schwierig. „Die Verbundschule ist einfach zu konzipieren, aber in der Gemeinschaftsschule stecken die individuellen Chancen für jeden einzelnen Schüler“, fasste es Brinkkötter verkürzt zusammen.

„Wir sind gar nicht richtig informiert über die verschiedenen Möglichkeiten, oder sind sie in Neuenkirchen nicht umsetzbar?“,  fragte ein Vater im anschließenden Gespräch.
„Beide Varianten sind in Neuenkirchen umsetzbar, aber die CDU-Mehrheit in Neuenkirchen und Wettringen und die Schulleitung der jetzigen Realschule haben sich leider nur auf das Konzept der Verbundschule eingelassen“,  erläuterte Ellen Pfennig.

„Die Elternbefragung soll bereits Ende Mai/Anfang August erfolgen, aber welche Meinung sollen die Eltern denn abgeben, wenn sie nicht informiert sind?“, fragte eine Lehrerin.

„Warum  werden die Eltern, Elternvertreter und Schulleitungen nicht  umfassend informiert und in den Umgestaltungsprozess integriert, wie es in anderen Kommunen, wie  z. B. Emsdetten geschieht?“, war die Frage eines sichtlich verärgerten betroffenen Vaters.

 „Wir verpassen in Neuenkirchen für unsere Schüler die große Chance, ein breites wohnortnahes  Schulangebot zu stellen!“, konstatierte Christof Holtkamp.

Nach seinem Vortrag konnte Brinkkötter auf Nachfrage einer Mutter auch das Schreckgespenst der örtlichen CDU („Wir wollen keine Experimente mit einem Schulversuch“) aus dem Weg räumen, schließlich war die sehr erfolgreiche Gesamtschule am Anfang auch ein Schulversuch.
Einige betroffene Eltern fragten nach konkreten Möglichkeiten, die Ratsentscheidungen ‚Pro Verbundschule‘ noch zu kippen, und schlossen sogar ein Bürgerbegehren nicht aus.



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