Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren!
Wie bereits in den Vorjahren können wir auch heute
sagen: In Neuenkirchen ist die Welt noch in Ordnung!
Zumindest, was die finanziellen Voraussetzungen angeht.
Neuenkirchen hat einen gesunden Haushalt, ein pro Kopf Verschuldung
von rd. 316,00 €, wobei der Landesdurchschnitt bei rund 1.000
€ liegt.
Mit Hilfe der Gewerbesteuer, die mit über 1 Mio. € mehr
Einnahmen als vorausgesehen zu Buche schlägt (insgesamt 4,1 Mio.
€ inklusive der Abschlusszahlungen aus den Vorjahren) und dank
einer Nachzahlung für die Durchführung des Asylbewerberleitungsgesetzes
von rund 1 Mio. €, kann sich unsere Gemeinde sanieren.
Neuenkirchen hat auf Grund dieser finanziellen Voraussetzungen
politische Gestaltungs- und Handlungsspielräume.
Was macht die Gemeinde damit?
Sie will eine neue Turnhalle bauen, deren Notwendigkeit
von uns als nicht gegeben angesehen wird, und die hohe Folgekosten
mit sich bringt. Die aktuellen Belegzahlen der vorhanden Sporthallen
untermauern unsere Position. Wir werden diese Belegzahlen auch in
Zukunft einfordern.
Die Gemeinde will / muss die Heriburgschule sanieren
und nach dem Beschluss, sie als Ganztagsschule zu betreiben, ausbauen,
um nur einige Punkte anzusprechen.
Die Gemeinde saniert Toilettenanlagen (Realschule),
führt das Projekt der Regionale 2004 zu Ende, gibt Sportvereinen,
Schulen und Kinderspielplätzen aus ihrem großen Topf.
Der Gemeindeverwaltung wurde durch die Gemeindeprüfungskommission
ein gute, sparsame Arbeit bescheinigt. Der Bürger werden geschont,
die Mitarbeiter bis zum
äußersten Maß beansprucht, aber es wurde sparsam
gehaushaltet.
Wo liegen aber die Perspektiven für die Zukunft?
Sicherlich nicht in einer Großleinwand zur Übertragung
der WM-Spiele!!!
Aber vielleicht gibt die WM Anstoß zu weiteren Anstößen,
denn von Initiativen im Rahmen der Haushaltsplanberatungen aus Richtung
der CDU ist wenig zu spüren.
Was möchte die CDU?
Ein innovatives Kopfnicken macht noch lange keine Politik.
Wir werden aber weiterhin folgende Aspekte aus unserem
Kommunalwahlprogramm verfolgen:
1. Energieeinsparungskonzepte (von uns bereits 2001
gefordert: Ermittlung der Gebäudekennzahlen, Wärmebedarfsentwicklung,
Energiekonzept)
2. Lückenlose Vernetzung und Optimierung der Fahrradwege
3. Förderung des Fahrradtourismus (Geschichten erleben) unter
Einbeziehung von St. Arnold mit besserer Vermarktung (Internetpräsenz,
Flyer usw.)
4. Förderung der regionalen besonderen geologischen Voraussetzungen
(Kiessandrinne, Kalkberg und Klunker -Bernstein). Wir wollen ein Museum
für die kostbare Sammlung von Heinrich Koops.(für drei K's:
Kies, Kalk und Klunker - Bernstein)
5. Förderung der weichen Standortfaktoren im Rahmen der Gestaltung
des Offlumer Sees - Regionale 2004
6. Reaktionen auf den demografischen Wandel (Barrierefreiheit, Ruhebänke,
gemeinsames Wohnen)
7. Unterstützung der Maßnahmen im McFly
8. Änderung der Abwassergebührenordnung unter Belastung
der Starkverschmutzer
9. Erhalt der Fußgängerzone
Wir haben uns mit mehreren Anträgen in die Haushaltplanungen
eingebracht. Der Antrag zur Errichtung von Solarlampen entlang dem
Haarweg und dem Bahndamm (Richtung Rheine)- so wünschenswert
es für die Sportler und Schüler wäre- erschien auch
uns zu teuer (130 000 €). Der von uns vorgeschlagene Kreisverkehr
(An der Kluse/Rheiner Str. Westfalenring) erfordert ebenfalls einen
sehr hohen Kostenaufwand. Der Vorschlag wurde von der Verwaltung dahingehend
aufgenommen evt. je nach Finanzierungsmöglichkeit einen Kreisverkehr
an der Wettringer Str./ Harrweg zu errichten.
Wir konnten nur zwei der sechs von uns vorgestellten
Anliegen für die Zukunft von Neuenkirchen umsetzen.
Der Antrag zur Errichtung von zusätzlichen Bänken
und Schaffung von barrierefreien Wegen wurde im Rahmen der Haushaltsplanberatungen
von uns eingebracht und ihm wurde unter der HSST 585100 Unterhaltung
der Park- und Grünflächen entsprochen.
Dem von uns geforderten zusammenhängenden Fahrradwegenetz wurde
ebenfalls entgegengekommen, indem der Auftrag an einen Gutachter zur
Erstellung eines Konzeptes, ergangen ist. (HSST 616551 Radverkehrskonzept).
Seit 2000 nach dem Gutachten des Büro Hahm weiß man in
der Gemeinde, dass " grundsätzlich im Bereich der Radverkehrsführung
noch Handlungsbedarf erkennbar ist". Seitdem versuchen wir in
allen Haushaltsplanberatungen finanzielle Mitte für eine konkrete
Umsetzung bereitstellen zu lassen. Das ist uns nun 2006 wenigstens
für die Erstellung eines Fahrradwege-Konzepts geglückt.
Mal sehen was daraus wird.
Unsere weiteren Anträge wurden mit unterschiedlich
fadenscheinigen Gründen abgewiesen. Die Mehrheit sitzt halt auf
der anderen Seite!
Die Förderung des Fahrradtourismus
die bessere Vermarktung des Weges "Geschichten erfahren"
von Heinz Koops und Marcus Wessels
die Energieeinsparung vor dem Hintergrund eines Konzeptes
erschienen der CDU als unwichtig.
Mal wird ein Konzept gefordert (bei der besseren Vermarktung von Radweg
"Geschichten erleben", dann wiederum wird ein Konzept verworfen
- Energieeinsparung).
Anträge der Gegenparteien (SPD Bücherei), Einwände
der UWG und die von uns eingebrachten Anträge werden mit oberflächlichen
Argumenten vom Tisch gewischt.
Die Anliegen der FDP sind manchmal eher für die Karnevalszeitung
geeignet.
Gut, damit können wir leben, aber vielleicht könnte man
sich in manchen Punkten über die Parteigrenzen hinaus für
das Wohlergehen der Bürger entscheiden.
Wir haben Anträge gestellt, die einen Kostenrahmen
von 3.000 € oder 5.000 € betragen, im Vergleich zu anderen
Haushaltstellen sind sie lächerlich und geringfügig, aber
damit tut man sich schwer, nicht weil es um die Sache oder das Geld
ginge, denn das ist vorhanden, sondern weil die Initiative aus dem
grünen Lager kommt.
Nun ist die CDU gefordert, Neuenkirchen für die Zukunft zu gestalten
und diese Gestaltung kann nicht nur darin bestehen, dass sie die gute
Arbeit der Gemeindeverwaltung unterstützt.
Im Rahmen der Hebesätze verfolgen wir weiterhin
den Standpunkt, sie moderat entsprechend der fiktiven Hebesätze
anzuheben. Weil aber der Bund und das Land den Bürgern tief in
den Geldbeutel greifen (Rentennullrunden - Mehrwertsteuererhöhung)
und weil die finanzielle Situation der Gemeinde sehr gut ist, verzichten
wir in diesem Jahr auf eine moderate Anhebung.
Ansonsten werden wir weiterhin - auch gegen eine große
Mehrheit unsere Interessen einbringen und u. a. die drei K's verfolgen:
Kies, Kalk und Klunker (Bernstein).
Dank an den Bürgermeister, Verwaltung und an die
anderen Parteien.
Ellen Pfennig
Bündnis 90 / Die Grünen
- Fraktionssprecherin -