grüne Leserbriefe
Leserbrief
Zur geplanten K 57n

3. Februar 2010
 


Die Vorstellung der Planung der K 57n im Rathaus durch den Kreis hat die Meinung von Bündnis 90 /Die Grünen, gegen den Bau dieser Straße zu votieren, aus folgenden Gründen verstärkt:

Die Straße durchschneidet einen  „ unzerschnittenen, verkehrsarmen Raum mit regionaler Bedeutung im Hinblick auf die Ungestörtheit“, sprich: ein in sich geschlossenes Landschaftsbild mit hoher ökologischer Bedeutung, wie es auch die Umweltverträglichkeitsstudie bestätigt. Die K 57n vernichtet nicht nur wichtige Lebensräume von seltenen floristischen und faunistischen Arten, sondern auch die als „besonders schutzwürdig“ eingestuften landwirtschaftlich hochwertigen Böden.

Die Entlastung des ‚Westfalenrings‘, die als Hauptargument des Kreises dargestellt wurde, könnte bereits heute erreicht werden, wenn dort Tempo 30 oder eine von uns vorgeschlagene geänderte Vorfahrtsregelung realisiert würde, aber dagegen sperrt sich die Kreisverwaltung.
Die Verkehrsströme, die die K 57n nutzen sollen, werden künstlich durch Veränderung der Knotenpunkte erzeugt und entsprechen nicht dem realistischen Fahrverhalten der BürgerInnen.
Die Prognosen auf ein vermehrtes Verkehrsaufkommen, die den Bau der K 57n  rechtfertigen sollen (bei Kfz plus 9%, beim Güterverkehr plus 15%), sind nach u. M. auf Grund von falschen Voraussetzungen berechnet, denn:
  1. Der demografische Faktor ist nicht hinreichend berücksichtigt worden. Es werden immer mehr Menschen alt, die aber nicht mehr Auto fahren.
  2. In 10 Jahren werden die Benzinpreise so rapide angestiegen sein, dass Autofahren – in der heutigen Ausgeprägtheit – nicht mehr bezahlbar ist und man nach anderen Lösungen suchen muss.

Für uns ist die Umsetzung dieser Planung, die ca. 4,5 Millionen Euro kosten wird,  aus ökologischen und ökonomischen Gründen nicht zu akzeptieren. Warum werden diese Gelder nicht in die Erweiterung und Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs investiert, um zukunftsweisende Mobilität zu entwickeln?  Straßenbau ist nicht die Lösung für die Zukunft!

Kreis und Gemeinde Neuenkirchen haben bisher schon finanzielle Mittel für die Planungskosten ausgegeben. Um weitere unnötige Ausgaben zu vermeiden, beantragen Bündnis 90/Die Grünen einen sofortigen Stopp weiterer Planungen.

Ellen Pfennig
Bündnis 90 / Die Grünen
- Fraktionssprecherin -



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