Die Kinderwelt in Neuenkirchen ist noch in Ordnung,
jedenfalls für die Mehrzahl der Kinder. Die ansteigende Anzahl
der Kinder, die Hilfe benötigen, stellt die Erzieherinnen jedoch
vor neue Herausforderungen.
"Die Mehrzahl der Eltern sind bereit sich auf Hilfsmassnahmen
einzulassen, wenn bei ihrem Kind Schwierigkeiten und Probleme aufgetaucht
sind", bestätigte Frau Kuhlmann, Leiterin vom Kindergarten
St. Antonius.
Bündnis 90/ Die Grünen hatten zu einem Gespräch
mit Kindergartenleiterinnen und Pastor Lagenfeld eingeladen.

v.l.n.r.: Marlene Westermeier, Ulla Kuhlmann, Maria Göcking,
Friedhelm Böckermann |
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"Wir möchten aus der Sicht der Erziehungsexpertinnen
einen Eindruck gewinnen, in wieweit ein Beratungs- und Therapieangebot
für Kinder aus dem Kindergarten notwendig ist", so erläuterte
Ellen
Pfennig den Beweggrund des Gesprächs. Hintergrund ist ebenfalls,
dass Bündnis 90/ Die Grünen im Rahmen der Haushaltsplanberatungen
einen Antrag zur Errichtung eines breit gefächerten psychosozialen
Beratungsangebotes vor Ort - also hier in Neuenkirchen - gestellt
haben.
"Gerade die orts- und zeitnahe Förderung und Beratung wäre
wünschenswert, denn Angebote, die in Rheine bestehen, können
nicht von allen wahrgenommen werden. Außerdem ist die Hemmschwelle
erheblich größer", meinte Marlene Westermeier vom
Kindergarten "Kleine Freunde".
"Ergotherapeuten und Logopäden haben wir in Neuenkirchen
vor Ort, aber die ortsnahe Beratung fehlt. Außerdem sind in
einigen Bereichen der therapeutischen Hilfe lange Wartezeiten, bis
das Kind eine gezielte Betreuung erhalten kann. 6 Monate sind keine
Ausnahme!", ergänzte Maria Göcking vom Kindergarten
"Hand in Hand".
"Wir haben Kinder mit den unterschiedlichsten Auffälligkeiten:
1. die von Behinderung bedrohten Kinder, 2. die Kinder, die behindert
sind, 3. die verhaltensauffälligen Kinder und 4. die Kinder,
die eine psychologische Betreuung benötigen. Heute sind das keine
Einzelfälle, sondern der Prozentsatz liegt weit über 10
%", stellte Maria Göcking fest. Sie erläuterte, dass
die Kindergärten Kontakte zu Eltern und Hinweise zu entsprechenden
Frühförderung, Ergotherapie, Logopädie, psychologischer
Beratung usw. vermitteln, aber auf Grund der weiten Wege und langen
Wartezeiten erweist sich das oft als schwierig.
"Der Caritasverband Rheine unterhält ein breit gefächertes
Angebot von psychosozialen Beratungsstellen, das sie auch hier in
Neuenkirchen anbieten sollten, denn die Zuständigkeit umfasst
auch Neuenkirchen", machte Friedhelm
Böckermann deutlich. "Die katholische Kirchengemeinde
müsste ebenfalls ein Interesse daran haben, dass hier vor Ort
ein Angebot bereit gestellt würde, weil sie den Caritasverband
mitfinanziert", stellte Edmund
Bischoff fest. "Unsere Signale für ein verbessertes
Angebot vor Ort zu sorgen sind gesetzt, jetzt müssen Kommune
und der Caritasverband diese wichtigen Hilfen für die Kinder
in Angriff nehmen", fasste Ellen
Pfennig zusammen.