Wer den Atomausstieg in Frage stellt, gefährdet unsere Gesundheit,
bürdet kommenden Generationen unübersehbare Gefahren auf und
verhindert Investitionen und Arbeitsplätze.
Was haben wir erreicht?
Bis 2020 werden alle AKW abgeschaltet sein. Mit den AKW in Stade
(2004) und Obrigheim (2005) wurden bereits zwei der 19 AKW in Deutschland
abgeschaltet.
Die Wiederaufarbeitung als Entsorgungsweg wurde endgültig
beendet.
Durch die Zwischenlager an den AKW-Standorten werden die gefährlichen
Atomtransporte um bis zu zwei Drittel minimiert.
Wir haben den Bau des Endlagers Gorleben gestoppt und ein Gesetz
zur Endlagersuche vorgelegt.
Erstmals sind obligatorische Sicherheitsüberprüfungen
im Atomgesetz verbindlich verankert. Neue Sicherheitsanforderungen gegen
terroristische Anschläge wurden eingeführt.
Die Betreiber müssen ihre Deckungsvorsorge für Schadenersatzansprüche
auf jetzt 2,5 Milliarden € , um das Zehnfache, erhöhen.
Mit dem vereinbarten Ende der Atomenergienutzung wurde der Weg frei
gemacht für Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe
für effiziente konventionelle Kraftwerke und Erneuerbare Energien.
Was wollen die anderen?
Union und FDP sagen längere Laufzeiten - und meinen
Wiedereinstieg und neue AKW!
Längere Laufzeiten für sinkende Strompreise?
Längere Laufzeiten erhöhen die Risiken und den Atommüll
und verhindern milliardenschwere Investitionen in Erneuerbare Energien,
in effiziente Technologien und in innovative Energiedienstleistungen.
Das schadet dem Klimaschutz und dem Arbeitsmarkt: In der Atomenergie
arbeiten lediglich 38.000 Menschen, während bei den
Erneuerbaren Energien 400.000 Arbeitsplätze bis 2020 entstehen
könnten Atomausstieg vorausgesetzt. Eine Laufzeitverlängerung
bedeutet auch: keine sinkende Strompreise für die VerbraucherInnen,
sondern ein Milliardengeschenk an die großen Stromkonzerne
EON, RWE, ENBW und Vattenfall.
Billige Atomenergie?
Die Subventionen für die deutsche Atomkraft schätzen Experten
auf über 100 Milliarden € externe Effekte wie Kosten
für Umweltverschmutzungen, radioaktive Verseuchung, Endlagerung
und Gesundheitsgefährdungen und Zukunftskosten nicht mitgerechnet.
Neue AKW rechnen sich für Betreiber nur, wenn der Staat subventioniert,
sonst sind sie im liberalisierten Energiemarkt nicht konkurrenzfähig.
Nur alte, abgeschriebene Anlagen sind das zu Kosten, die sich
unser Land wiederum nicht leisten kann.
Klimaschutz mit Atom?
Selbst wenn ab sofort weltweit alle verfügbaren Mittel in den Ausbau
der Atomenergie gelenkt würden, wäre der Effekt auf den globalen
Treibhausgas-Ausstoß marginal. Der Anteil der Atomenergie an der
gesamten Energieversorgung beträgt weltweit gerade einmal sieben
Prozent! Allein in Deutschland müssten für eine Klimaschutz-Strategie
nach Berechnungen der Energie-Enquete-Kommission des 14. Bundestages
70 bis 90 neue AKW zugebaut werden, weltweit tausende. Das will niemand,
nirgendwo.