Wir wollen die langfristige Finanzierung unseres Gesundheitswesens sichern
und gerechter gestalten.
Deshalb wollen wir die gesetzliche Krankenversicherung zu einer Bürgerversicherung
weiterentwickeln. Sie führt zu mehr Gerechtigkeit, da sie alle
Bürgerinnen und Bürger in das Solidarsystem einbezieht
auch Besserverdienende, Beamte, Selbstständige und Abgeordnete.
Damit werden endlich auch die wirtschaftlich leistungsfähigsten
und im Regelfall auch gesündesten Bevölkerungsgruppen in den
Solidarausgleich einbezogen.
Was bringt die Bürgerversicherung?
Sie macht die Finanzierung unseres Gesundheitswesens stabiler,
da sie alle Einkunftsarten einbezieht also auch Vermögenseinkommen,
Gewinne und Mieteinkünfte. Damit wird die einseitige Belastung
der Arbeitseinkommen aus abhängiger Beschäftigung beendet.
Sie sorgt für mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen,
da sie die unsinnige und ungerechte (und in anderen Ländern auch
unbekannte) Trennung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung
aufhebt. Auch private Krankenversicherungsunternehmen können die
Bürgerversicherung anbieten. Alle Bürgerinnen und Bürger
können sich damit frei zwischen allen gesetzlichen und privaten
Kassen entscheiden.
Da alle Bürgerinnen und Bürger mit allen ihren Einkommen zur
Finanzierung der solidarischen Krankenversicherung beitragen,
können die Kassenbeiträge gesenkt werden. Dadurch werden vor
allem Durchschnitts- und Geringverdiener entlastet und auch die Arbeitskosten
gesenkt.
Kinder bleiben beitragsfrei mitversichert. Genauso Ehegatten
und Lebenspartner, die Kinder erziehen oder Pflegeleistungen erbringen.
Was wollen die anderen?
Die CDU/CSU will aus dem Solidarsystem aussteigen. Alle gesetzlich
Krankenversicherten sollen unabhängig von ihrem Einkommen eine
einheitliche Kopfpauschale ("Gesundheitsprämie") zahlen.
Versicherte, die durch die Pauschale finanziell überfordert werden,
sollen einen Zuschuss erhalten. Damit würden mehr als 30 Millionen
Menschen zu Sozialleistungsempfängern gemacht. Der Verwaltungsaufwand
wäre enorm. Die Beiträge der Arbeitgeber sollen eingefroren
werden. Künftige Beitragssteigerungen würden ausschließlich
durch die Versicherten getragen werden.
Die FDP will die vollständige Privatisierung der Krankenversicherung.
Alle Bürgerinnen und Bürger sollen sich bei einem privaten
Krankenversicherungsunternehmen versichern müssen. Die Höhe
der Beiträge soll abhängig sein vom Alter, Geschlecht und
Gesundheitszustand der Versicherten. Die Zahnmedizin und das Krankengeld
sollen nicht mehr zum Leistungskatalog gehören.