Hartz IV ist der erste Schritt auf dem langen Weg in Richtung grüne
Grundsicherung.
Die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe war
richtig und überfällig. In der Vergangenheit gab es zwei Klassen
von Langzeitarbeitslosen, das haben wir beendet.
Hartz IV war ein richtiger und notwendiger Schritt. Für Bündnis
90/Die Grünen darf er jedoch nicht als Endergebnis der Reform
stehen bleiben. In wichtigen Aspekten wollen wir Veränderungen.
Grüne Grundsicherungselemente müssen Hartz IV zu einem Sicherungssystem
machen, das armutsfest ist, die Integration in den Arbeitsmarkt fördert
und die Autonomie der EmpfängerInnen achtet.
Was haben wir erreicht?
Die Hilfe für alle Langzeitarbeitslosen erfolgt aus einer Hand
in den Job-Centern. Es gibt keine Verschiebebahnhöfe mehr.
Alle erwerbsfähigen Hilfebedürftigen haben Zugang zu Maßnahmen
der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Die Empfänger sind renten-, kranken-
und pflegeversichert. Mit dem Kinderzuschlag werden Familien mit geringem
Erwerbseinkommen vor dem Abrutschen in den Sozialleistungsbezug bewahrt.
Dank unserer ausdauernden Kritik wurden die Regelungen zum Zuverdienst
deutlich verbessert.
Was steht noch aus?
Mit der Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West brauchen
wir bundesweit einheitliche Regelsätze. Eine Erhöhung
des anrechnungsfreien Partnereinkommens ermöglicht Hilfe ohne Belastung
der Partnerschaft. Durch Teilhabe an aktiver Arbeitsmarktpolitik wollen
wir Hilfebedürftigkeit präventiv vermeiden.
Wir wollen Altersvorsorgevermögen umfassender schützen,
um eine verlässliche Lebensplanung zu ermöglichen. Dafür
haben wir das grüne Konzept des Altersvorsorgekontos vorgelegt.
Arbeit mit Bezahlung unterhalb des tariflichen oder des ortsüblichen
Entgelts darf in Zukunft nicht zumutbar sein. Für branchenspezifische
Mindestlöhne schaffen wir die gesetzlichen Voraussetzungen.
Wir geben echten Integrationsjobs und nachhaltiger Förderung
in Erwerbsarbeit den Vorrang vor Ein-Euro-Zusatzjobs.
Was wollen die anderen?
Die Union (und die FDP) will die Trägerschaft für das
ALG II in kommunale Hand geben. Die meisten Kommunen wären damit
überfordert. Der Städtetag lehnt diesen Schritt entschieden
ab. Arbeitsmarktpolitische Instrumente sollen deutlich eingeschränkt
werden.
Die FDP will die Bundesagentur für Arbeit auflösen
und Geld bei der Betreuung der Langzeitarbeitslosen und bei den Förderinstrumenten
sparen. Mit anderen Worten: Arbeitslosigkeit wird privatisiert. Ferner
fordern sie populistisch Bürgergeld statt Hartz IV,
ohne Auskunft über Leistungshöhen usw. zu geben.
Die Linkspartei.PDS wankt zwischen der Forderung nach Abschaffung
von Hartz IV und konkreten Änderungsvorschlägen.
Die WASG entscheidet für die größere Schwester
mit: Ziel ist die Rückkehr zur ungerechten Zweiteilung in Arbeitslosenhilfe
und Sozialhilfe. Das führt zu neuer Ungleichbehandlung und verbaut
Brücken zurück in Erwerbsarbeit.